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Wild Thing

Wild Thing

 

Der Subwoofer, der alles kann!>

 

4 Car-HiFi-Chassis, Raptor-6, im Bassreflex-Gehäuse, angetrieben vom Hochleistungs-Aktiv-Modul SAM-2 mit 250 Watt Musikleistung.

 

Ein Frequenzgang von 33...150 Hz.

 

Die Lautsprecherchassis überzeugen durch ihre Leistung auf kleinstem Raum. Immerhin ist ein Raptor bereits für max. 300 Watt ausgelegt.

Die Box kann kräftigen, knackigen Bass bringen, nicht mehr und nicht weniger.

Alle 4 Raptoren passen in eine Gehäusefront von 23 x 88 cm. Die gleiche Membranfläche ließe sich nur mit einem 12 Zoll Lautsprecher erzielen, dessen Box aber schon mindestens 40 cm breit ist.

 

 

 

Grundsätzliche Überlegungen

Neben der Gehäusegröße ergibt sich ein noch weiterer Vorteil durch die Aufteilung auf kleinere Lautsprecher. Mit der Vergrösserung der Membranfläche eines Chassis wird der Klang zunehmend schwammiger. Ursache ist die nachlassende Stabilität der Membran. Pa-Lautsprecher mit großen Membranflächen klingen daher schlechter, währenddessen mehrere kleinere Chassis davon nicht betroffen sind.

Die Leistungsfähigkeit dieser Box ist in erster Linie dem Chassis zu verdanken. Ein stabiler Gußkorb hält den 850 g schweren Magneten. Die lineare Auslenkung der Schwingspule von +/- 9mm kann ohne Taumelbewegung der Membran realisiert werden. Dazu behilft man sich eines besonderen Tricks. Die Membransicke ist mit dem Korb verklebt und verschraubt. Am anderen Ende, also hinter der Schwingspule, befindet sich die Zentrierung. Die Membran läuft damit wie auf Schienen, ein seitliches Ausschwenken ist unmöglich.

Raptor-6

 

Wie auf dem Bild deutlich zu erkennen ist, kann sich hinter der Membran keine Druckdifferenz aufbauen. Die Be- und Entlüftung der Membranrückseite ist einfach tadellos.
Der Raptor-6 kann zudem noch in kompakten kleinen Gehäusen eingesetzt werden. Bei einem Äuivalentvolumen Vas von nur 6,9 Litern ist so etwas möglich. Für einen 18 cm Bass - absolut verblüffend.

Gehäuseaufbau
Der Aufbau gestaltet sich zwar nicht einfach, ist aber leicht zu beschreiben. Der Kasten, bestehend aus Front, Rückwand, Ober- und Unterteil lässt sich am günstigsten aus MDF schwarz herstellen. Der Ausschnitt für die Chassis wird mit einer Lochkreissäge eingebracht.
Es klingt zwar unwirklich, aber hier leistet sogar ein kräftiger Akkubohrer gute Dienste. Die Drehzahl ist so niedrig einzustellen, dass sich die Hitzeentwicklung an den Sägezähnen in Grenzen hält.

Front

 

Wie man auf den Bildern leicht erkennt, wurden die Bohrungen beidseitig eingebracht. Dazu benötigt man keinen besonderen Trick, man muss den Kreisschneider nur von der gegenüberliegenden Seite des Brettes in die Führungsbohrung eintauchen. Beide Bohrungen treffen dann mittig aufeinander und so wird ein Ausreissen verhindert.

Die Rückwand muss den Verstärker SAM-2 mit immerhin 4,9 kg Gewicht tragen. Der dafür benötigte Ausschnitt lässt sich mit einer Stichsäge aussägen. Wesentlich eleganter und sauberer ist allerdings ein Zusammensetzen der Rückwand aus vorgeschnittenen Einzelteilen. Lediglich die Verklebung muss dabei absolut narrensicher sein. Wir haben das folgendermaßen gelöst:

rueckwandrueckwandrueckwand

Wie man sieht, ist die Ausführung gelungen. Die feste Verbindung der Einzelteile erfolgt mit Lamellos, deren überstehende Seite mit einem Bundfräser abgenommen wird.

Nun ist noch die Einhausung für den Verstärker zu bauen, damit die rückwärtigen Druckwellen keine Resonanzen bei der Elektronik erzeugen.

Einhausung

Zusammengeleimt erhält das Innenteil des Gehäuses folgendes Aussehen:

Innengehaeuse

Da die Verbindungen an den Kanten schnell brechen können, sollte man den Zusammenbau besser schon auf einer Seitenplatte vornehmen.

Nach dem Einbringen der Verstrebungen haben wir ein vollständig fertiges Gehäuse.

Boxengehaeuse

Die Seitenteile bestehen aus 19 mm Birkenmultiplex und werden nur an den Kanten mit einer leichten Fase versehen.

Der Noppenschaum ist ebenfalls schon eingebracht. Zum Aufkleben verwendet man zweckmäßigerweise Sprühkleber.

Man erkennt den Vorteil von schwarzem MDF erst in diesem Arbeitsschritt. Das ganze Gehäuse lässt sich nämlich in einem Zug mit Klarlack versehen. Kleine Unebenheiten im Lack treten bei Klarlack nicht hervor und bleiben für das ungeübte Auge unsichtbar.

Abschließend ein Hinweis zum Chassiseinbau. Man sollte nicht vergessen die Verschraubungen für den Lautsprecher vorzubohren, ansonsten reisst das MDF. Unter die Chassis ist zur Abdichtung Schaumdichtband zu hinterlegen.

Die letzten Arbeitsschritte sind denkbar einfach, das Subwoofer-Modul einbauen und die Verkabelung vorfertigen. Jeweils zwei Chassis in Reihe und die beiden Reihenschaltungen parallel. Dabei bitte unbedingt die Polarität beachten. Die Kabel werden im Gehäuse befestigt, um Vibrationen zu vermeiden.

Im letzten Arbeitsschritt werden die Chassis eingebaut und an die vorgefertigten Kabel geklemmt. Am Raptor-6 sind Federklemmen angebracht, so dass hier nichts vorbereitet werden muss.

 

 

Anschluss und Betrieb

Nach dem Aufstellen und dem elektrischen Anschluss könnte sich folgender Ablauf einstellen:

  1. Der Subwoofer erzeugt einen dröhnenden Tiefbass. Das Dröhnen lässt erst beim Runterregeln des Pegelstellers (Sub Level) nach.
    Was ist hier passiert? Das Subwoofer-Modul ist über ein Chinch Kabel mit dem Verstärker verbunden. Wenn es sich hierbei nicht um einen speziellen Subwoofer-Ausgang handelt, erfolgt keine Lautstärkeregelung des Ausganges. Genauer gesagt, es liegt immer der volle Pegel an und besonders bei kleinen Räumen treten die Raummoden heftig zu Tage.
    Hier hilft nur, den Subwoofer über die Apparatebuchsen (High Level Input) direkt vom Lautsprecherausgang des Endverstärkers zu versorgen. Dies kann parallel zu den bereits angeschlossenen Lautsprechern erfolgen.
    Input
  2. Jetzt haben wir eventuell das nächste Problem. Im Hintergrund ist ein Brummen zu hören. Bevor man das Netzteil demontiert oder teure Steckdosenleisten kauft, sollte man zuerst die Brummschleife (50 Hz aus dem Netz) suchen. Die Ursache liegt häufig darin, dass nicht alle Komponenten einer Stereoanlage einen Schutzleiter aufweisen. Das Brummen ist meist schon beim Abziehen der Chinch-Verbindungen am Verstärker behoben. Damit ist uns aber nicht geholfen.
    Der Einfachheit halber kann man nun Subwoofer und Verstärker doch wieder mit einem Chinch-Kabel verbinden. Die Masseverbindung ist gegeben! Man muss allerdings den Mittelleiter trennen, sonst tritt Fehler 1 in Erscheinung.
  3. Nun sollte die Anlage funktionieren. Daraufhin prüfen wir den Aufstellungsort, denn mit der richtigen Positionierung ist der Erfolg des Subwoofereinsatzes verbunden. Jede Begrenzungsfläche erhöht den Schalldruck um 3 dB, deshalb bitte nicht wandnah aufstellen, damit nimmt die Dröhnneigung zu.
    Obwohl tiefe Töne nur bedingt ortbar sind, ist der Frequenzbereich über 70 Hz schon einer Richtung zuzuordnen. Um eine Ortung des Subwoofers zu vermeiden, ist die Ausrichtung auf Raummitte empfehlenswert.
    Gerade das optimale Aufstellen des Subwoofers ist ein Kapitel für sich. Wer sich tiefgründig damit beschäftigen möchte, kann sich auf der Internetseite "Poison Nuke" orientieren.
  4. Damit das Einjustieren des Moduls kein Geheimnis bleibt, hier ein Bild der Regler:

    - Sub Level ist der Pegelsteller. Beim ersten Versuch wird der Pegel meist zu hoch eingestellt, man möchte den Subwoofer schließlich deutlich heraushören. Die Aufgabe des Subwoofers liegt jedoch in der Ergänzung einer vorhandenen Anlage im Tieftonbereich. Also nicht den Tieftonbereich aufdicken, sondern einen harmonischen, natürlichen Gesamteindruck erzeugen.
    - Sub Crossover dient dem Einstellen der Übernahmefrequenz. Für eine optimale Wiedergabe ist die Frequenz zwischen 70...80 Hz einzupegeln.
    - Sub Boost dient der Bassanhebung im untersten Frequenzbereich, die Frequenz sollte auf 35 Hz bei 3 dB eingestellt werden. Bei wandnaher Aufstellung eher etwas zurückregeln.
    - Sub Phase dient dem Einstellen der Phasenverschiebung zwischen den Stereoboxen und dem Subwoofer. Zum Beginn der Justage kann diese auf Null bleiben.
    Die Feinjustierung wird am günstigsten mit 2 Personen durchgeführt. Beim Abspielen eines bassreichen Musikstückes ist der Phasenregler solange zu verstellen, bis der Partner am Hörplatz den Bass am lautesten wahrnimmt.
    - SAT Crossover stellt die Trennfrequenz zu einem eventuell unter SAT Out angeschlossenen Satellitenlautsprecher ein. Die Funktion wird eher selten genutzt, da die Satelliten über die Stereo- bzw. Heimkinoanlage angesteuert werden.
    - Der Groundlift Schalter trennt den Schutzleiter von der Masseverbindung der Signalleitungen. Brummschleifen können damit ausgeschaltet werden. Hier ist probieren angesagt.
  5. Die Feineinstellung sollte am besten nach Gehör und dem eigenen Musikgeschmack erfolgen. Hilfreich ist die CD "HiFi Check" der Firma in-akustik GmbH.

Eigenbau
Die Box ist eine Entwicklung von Monacor. Den Bausatz können sie kaufen, nutzen sie den Link: Wild Thing. Sie erhalten bei der Lieferung eine komplette Bauanleitung im Anleitungsheft "Lautsprecher-Selbstbau Jetzt".


Materialliste:

Holzteile sind nicht im Bausatz enthalten!